Die CDU stellt sich neu auf - sogar mit Kandidaten ohne Parteibuch

„Ich bin froh und dankbar für dieses Ergebnis“, sagt Arnold Weßling nach der Wahl für die Stimmbezirke und die Reserveliste. Die Verjüngung der Partei ist nicht zu übersehen.

FOTO: ANDREAS GROSSPIETSCH
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Von der CDU für den 13. September nominiert – von links: (in Klammern der Listenplatz) Marc Dübber (13), Daniel Weßling (7), Sandra Leitz-Brüggeshemke (8), Birgit Schröter (1), Helmut Lepper (6), Rolf Westmeyer, (nur Listenkandidat, 15), Alexander Enns (11), Jan Brüggeshemke (4), Arnold Weßling (2), Johannes von Morsey-Picard (9), Michael Kalisch (5), Hendrik Welpinghus (3) und Heidi Welpinghus (10). Es fehlten Werner Herde (12) und Hannelore Konert (14).


Borgholzhausen (AG). „In schwierigen Zeiten kommen wir hier mit großem Abstand, aber zugleich der nötigen Verbundenheit zusammen“, leitete Arnold Weßling die Mitgliederversammlung der CDU Borgholzhausen am Mittwochabend ein.  

Eine Versammlung unter wirklich erschwerten Bedingungen, die mit ausdrücklicher Genehmigung durch die Landesregierung stattfinden durfte.

Denn der 13. September ist nicht mehr fern. „Es wird ein kurzer und prägnanter Wahlkampf.
Aber vielleicht ist das ja auch kein Nachteil“, sagt Arnold Weßling, der sich schon viele Male um die Gunst der Wähler beworben hat. 
Das unterscheidet ihn von einigen der Kandidatinnen und Kandidaten, die jetzt in den 14 Wahlkreisen auf Stimmenfang gehen.
Fast die Hälfte der Frauen und Männer,die sich mit knappen Worten der Versammlung im Haus Hagemeyer Singenstroth vorstellten, sind zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl als Bewerber dabei.
„Wir haben ein frisches, junges Team“, freut sich Birgit Schröter, die aktuelle stellvertretende Bürgermeisterin, die den wichtigen Listenplatz Nummer 1 einnehmen wird.
An der zweiten Stelle steht mit Arnold Weßling ein weitere sehr erfahrener Kandidat, dem mit Hendrik Welpinghus ein nicht ganz unerfahrener Bewerber nachfolgt, der aber auch zu den Jungen in der Partei gehört. 
Drei der Bewerber übrigens haben gar kein Parteibuch. Ein Umstand, der zwar auffällt, aber in der heutigen Zeit sicher nicht mehr so bemerkenswert ist wie noch vor einigen Jahren.
Außer Wahlleiter Hubert Kleinemeier waren verständlicherweise nicht sehr viel mehr Menschen zu der Versammlung gekommen als Wahlkreise zu besetzen waren. Trotzdem wurde differenziert abgestimmt.
Inhaltlich legte Arnold Weßling dar: „Die CDU ist eine Partei, die immer Pium im Blick hat. Und das ist auch das Motto für die nächste Wahl“, sagte er. 
„Borgholzhausen braucht die CDU“, zeigt er Optimismus. Die Entscheidung, nicht mit einem eigenen Kandidaten für das Bürgermeisteramtanzutreten, habe die Partei schon vor längerer Zeit getroffen. 
„Wir arbeiten sehr kollegial mit Dirk Speckmann zusammen“, erklärt Weßling. Die besonders von Fairness und sachlicher Auseinandersetzung geprägte politische Situation im Rat sei ein großer Vorteil für die Stadt Borgholzhausen, den es auch nach er Wahl zu erhalten gelte, stellt er klar.
„Wir wollen eine Stadt, die auch offen ist für Menschen, die von außerhalb dorthin kommen“,sagt Weßling.In der aktuellen Situation sei es aber besonders wichtig, die Finanzen im Blick zu behalten, um weiter aus eigener Kraft handlungsfähig zu sein. Dazu gehört für die CDU auch, ausreichend Gewerbeflächen zu entwickeln.
Inhaltlich stehe die CDU da für, dass sowohl die Innenstadt als auch die Außenbereiche gleichermaßen bedacht würden. 
Der Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Kleekamp sei deshalb ebenso die richtige Entscheidung wie das Beibehalten der beiden Schulstandorte in der Stadt. Aber auch der Erhalt der besonders schönen Kulturlandschaft sein ein Anliegen der CDU.
Wobei nicht nur Arnold Weßling klar ist, dass Probleme wie das Sterben von immer mehr Bäumenauf den Höhe des Teutoburger Waldes eher ein Zeichen dafür sind, die Anstrengungen noch zu erhöhen.
Selbst wenn Borgholzhausen durchaus für sich in Anspruch nehmen könnte, durch Bemühungen wie die Teilnahme am Energy Award schon vor längerer Zeit solche Weichen gestellt zu haben.

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